Bundestagswahl 2017

 

1. Juni 2017

Gelungener Auftakt

Einen gelungenen Wahlkampfauftakt hatten die Bündnisgrünen im Wahlkreis Schweinfurt/Kitzingen. „Ökolandbau als Perspektive für den ländlichen Raum in Unterfranken“ lautete der Titel ihrer Veranstaltung in Wasserlosen-Greßthal.

Vor zahlreichen Zuhörern begrüßte die Bundestags-KandidatiIMG_3415n der Grünen im Wahlkreis Schweinfurt/Kitzingen, Barbara Pfeuffer, die Teilnehmer der Podiumsdiskussion: Wasserlosens Bürgermeister Anton Gössmann, Biobauer Paul Knoblach, BBV-Kreisobmann Michael Reck sowie die grüne Landesvorsitzende Sigi Hagl.

In einem einführenden Referat beschrieb Bürgermeister Gössmann Sinn und Zweck einer Ökomodellregion. Sie soll die heimische Bioproduktion stärken, dadurch die regionale Wertschöpfung steigern und helfen Ressourcen zu schützen. Außerdem kann sie Landwirten eine Perspektive geben.

Sigi Hagl betonte, das gerade die Vernetzung der Akteure, wie sie in der Ökomodellregion vorherrschen, für Umsteiger wichtig seien. Außerdem müssen die Verarbeitungsbetriebe in der Region vorhanden sein oder aufgebaut werden. Für Hagl ist der Öko-Landbau der Königsweg, für den die Politik die Rahmenbedingungen schaffen muss. Nur so lassen sich die Herausforderungen der und der Schutz von Boden, Wasser und Klima meistern.

Bio-Bauer Paul Knoblach forderte, Subventionen an den Schutz von Luft, Wasser und Boden zu koppeln. Wer vorsichtig mit diesen Allgemeingütern umgeht, sollte einen höheren Fördersatz bekommen. BBV-Mann Michael Reck betonte, das auch konventionell wirtschaftende Bauern sorgsam damit umgingen. Der Boden sei schließlich das Kapital des Bauern. Außerdem gefalle ihm das Auseinanderdividieren in „Gute Bios“ und Böse Konventionelle“ nicht.

In ihrem abschließenden Statement plädierte Hagl für eine Ökolandwirtschaft mit fairen Preisen für die Bauern, Knoblach sah angesichts der Probleme die Bio-Landwirtschaft als einzige Alternative, Reck betonte, Bio sei eine Möglichkeit, jedoch müsse das jeder Bauer alleine entscheiden.

Dem BBV-Kreisobmann zollten Hagl und Knoblach auch besonderen Respekt. Es gab Zeiten, in denen sich kein BBV-Mann mit Grünen an einen Tisch gesetzt hätte.

Foto: Nicole Engelbrecht

Bericht: Heiner J. Schmidt

 

3. Mai 2017

Grüne werben in Schweinfurt und Kitzingen für Bildungsgerechtigkeit

Mit einer überdimensionierten Bank haben Thomas Gehring, der bildungspolitische Sprecher der Landtagsfraktion und Barbara
Pfeuffer, die Sprecherin der Landesarbeitsgemeinschaft Bildung von Bündnis 90/Die Grünen auf die ungleiche Verteilung von Bildungschancen aufmerksam gemacht. Der Bogen spannt sich dabei von Kindern in Entwicklungsländern, die lange Fußwege zurücklegen müssen, um wenigstens Lesen und Schreiben lernen zu können über Kinder und Jugendliche auf der Flucht vor Krieg und Gewalt, die oft jahrelang in Flüchtlingsunterkünften keine Schule besuchen können bis in unsere Gesellschaft, in der Kinder aus bildungsfernen Familien oder Zugewanderte sehr viel seltener eine Empfehlung für das Gymnasium oder die Realschule bekommen als andere.

FullSizeRenderDas Gelingen der Integration von Zugewanderten wird maßgeblich davon abhängen, wie es uns gelingt, Sprache und Ausbildung zu vermitteln, so Pfeuffer. Es ist wichtig, Sprachkurse für alle anzubieten, aber das ist nur die Grundlage. Darüber hinaus muss die Sprache in Schule und Ausbildung weiter intensiv gefördert werden. Anleitungen, schwierige Aufgabenstellungen oder Literatur werden nur verstanden, wenn auch die Zwischentöne der Sprache verstanden werden.

 

von links: Reginhard von Hirschhausen, Barbara Pfeuffer, Thomas Gehring

 

 

 

13 Januar 2017Foto 14.01.17, 20 40 47 (1)

Meine Rede zum Neujahrsempfang in Sennfeld

Liebe Grüne in Schweinfurt-Stadt und -Land, liebe Gäste,

ich wünsche allen ein gutes, ein erfolgreiches, ein gesundes und ganz besonders ein friedvolles neues Jahr!

Es ist der Wunsch nach Frieden, der uns in diesen Tagen ganz besonders bewegt. Das ist ein Wunsch, den wir hier in Deutschland lange Zeit in dieser Deutlichkeit nicht ausgesprochen haben. Es war uns in über 70 Jahren so selbstverständlich geworden. Frieden und Freiheit.

Doch wenn wir heute um uns blicken, dann müssen wir erkennen, dass es in einer globalisierten Welt nicht nur um wirtschaftliche Interessen geht. Der Krieg in Syrien erschien uns lange Zeit sehr weit weg. Doch dann kamen immer mehr Menschen auf der Flucht vor diesem Krieg nach Europa und plötzlich konnten wir die Auswirkungen auch hier bei uns in Deutschland spüren.

Plötzlich sind wir herausgefordert! Zigtausende Menschen müssen in unsere Gesellschaft integriert werden. Diese Menschen sind in der Mehrzahl dankbar dafür, dass sie hier bei uns Zuflucht gefunden haben. Sie sind bereit, sich in eine für sie fremde Gesellschaft zu integrieren. Das ist nicht immer leicht. Und das gilt so für beide Seiten.

Aber es kamen nicht nur Menschen, die ihre Heimat verloren haben, es kamen auch Menschen, für die eine fundamentale Auslegung von Religion lebensbestimmend ist. Es kamen Menschen, denen es schwer fällt, unsere gesellschaftlichen Werte anzuerkennen. Es kamen Menschen, die bereit sind, gegen unsere Werte mit Waffengewalt vorzugehen.

Terroristische Anschläge auf die freiheitlich demokratische Gesellschaft haben Europa erschüttert. Und wir fürchten, dass das nur ein Anfang gewesen sein könnte. Viele Bürgerinnen und Bürger trotzen den Gefühlen von Angst und Verunsicherung. Sie versuchen es zumindest.

Andere glauben, dass Frieden und Freiheit nur durch Abschottung, durch Abgrenzung und durch die Rückbesinnung auf vermeintlich nationale Werte gewährleistet werden können. Die politische Rechte konnte die allgemeine Verunsicherung für sich nutzen. Das sollte uns nicht verwundern. Nicht uns hier in Deutschland. Sie hat ein Länderparlament nach dem anderen erobert und wird wohl im Herbst dieses Jahres auch in den deutschen Bundestag einziehen.

Einfache Antworten auf komplizierte Fragen. Das scheint das Erfolgsrezept zu sein, mit dem in diesen Tagen Wahlen gewonnen werden.

Aber mit diese Einschätzung machen wir es uns zu leicht! Alle etablierten politischen Parteien in Deutschland müssen sich fragen lassen, ob und wie sie zu dieser Verunsicherung der Bürgerinnen und Bürger beigetragen haben. Auch wir Grünen müssen uns dem stellen.

Wir müssen uns fragen, ob wir uns ausreichend für die Herausforderungen unserer Zeit interessiert haben. Wir müssen uns fragen, ob wir den Menschen in unserem Land und in Europa Angebote gemacht haben, für die es sich zu kämpfen lohnt. Und sollten wir diese Fragen bejahen können, dann müssen wir uns auch noch fragen, ob wir unsere Zielvorstellungen gut genug kommunizieren konnten, so dass die Menschen sie verstehen und sich zu eigen machen können. Wenn demokratisch orientierte Parteien diese Fragen ausnahmslos zu ihren Gunsten beantworten können, dann werden Populismus und Nationalismus keine Chance haben!

Unser Angebot muss eine weitsichtige und zielorientierte Weiterentwicklung unserer freiheitlich demokratischen Gesellschaft sein! Unser Angebot muss glaubwürdig und überzeugend sein. Unser Angebot muss in der Lebenswirklichkeit der Bürgerinnen und Bürger verankert sein. Nur dann ist unser Angebot ein gutes Angebot!

Entwicklungen brauchen Impulse und Austausch. Das ist es, was gute Politik ausmacht! Impulse und Austausch, das ist es, was Politikerinnen und Politiker leisten müssen! Dafür stehe ich und dafür will ich mit euch auf die Bundestagswahl hinarbeiten! Wir wollen den Wählerinnen und Wählern zeigen, dass wir ihre Sprache sprechen und dass wir mit konstruktiver und zukunftsorientierter Politik die Fragen unserer Zeit beantworten können.

Und in diesem Sinne wünsche ich uns allen ein friedvolles neues Jahr!

Barbara Pfeuffer